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Mittwoch, 25. April 2018
20.00 Uhr
Vortrag von Stefani Martens:
„Feldhamster – Vom Massenschädling zur geschützten Tierart“

Menantes-Literaturgedenkstätte im Pfarrhof Wandersleben
Menantesstraße 31

Feldhamster waren einst Nahrungskonkurrenten des Menschen und verursachten bei größerem Auftreten enorme Ernteschäden. Daher findet man in Gemeinderechnungen der Dörfer des 17., 18. Und 19. Jahrhunderts sehr oft die Vermerke für die finanziellen Ausgaben zur Bekämpfung der Hamsterpopulationen. Es wurden regelrechte „Kopfprämien“ ausgesetzt.
So werden z.B. in der Wanderslebener Gemeinderechnung des Jahres 1782 die Ausgaben für Hamster und Maulwurfsfelle aufgeführt, die als Beleg für die Tötung der Tiere vorgelegt werden mussten.
In den Worten „hamstern“ und „Hamsterbacken“ kommt die Auseinandersetzung des Menschen mit dieser einst massenhaft auftretenden Tierart ebenfalls zum Tragen, denn wer einmal einen Hamsterbau mit der Vorratskammer ausgegraben hat, kennt den Fleiß dieser Tiere. Mit ihren gefüllten Backen trugen sie die Körner dorthin zusammen, um den Winter zu überstehen.
Mit der Veränderung der landwirtschaftlichen Arbeitsprozesse im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts kam es zu einem rapiden Rückgang der Hamsterpopulationen in Deutschland. Tiefpflügen und der verstärkte Einsatz von Pflanzenschutzgiften sowie die zunehmende Großfelderwirtschaft führten zu dieser Entwicklung. In heutiger Zeit kann das Auftreten des Hamsters als Besonderheit angesehen werden. Dort, wo er vorkommt, kann er als streng geschützte Tierart mitunter die weitere Versiegelung der Landschaft mit Gewerbegebieten verhindern. Stefani Martens berichtet in ihrem Vortrag über diese Zusammenhänge und eine vom Aussterben bedrohte Tierart.

 

 

 

 

 

 

 

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